Der tiefe Fall der Zürcher Grasshoppers zeigt Parallelen zwischen Hooligans und honorigen früheren Cluboberen.

Dumpfköpfe mit Stil und Klasse

Der tiefe Fall der Zürcher Grasshoppers zeigt Parallelen zwischen Hooligans und honorigen früheren Cluboberen.

Aus der Ferne erweckt der Zürcher Grasshopper Club (GC) Mitleid: «Statt kluge Fussballer stehen jetzt Dumpfköpfe für jenen Club, der einmal Stil und Klasse repräsentierte», schreibt am 14. 5. der Berner «Bund» zum Abstieg der von randalierenden Hooligans begleiteten Fussballmannschaft.

Dass auch «Stil und Klasse» einst nur schöner Schein waren, kann man der «Neuen Zürcher Zeitung» vom gleichen Tag entnehmen: Als im Frühling GC-Fans einen deutschen Neonazi geehrt hatten, «sah sich manch einer durch das Transparent in der GC-Kurve bestätigt. Vor allem in Fan-Kreisen des FC Zürich ist die Erinnerung an einen unschönen Teil der Geschichte der Grasshoppers präsent. Unter dem Regime von Zentralpräsident Walter Schoeller (1934 bis 1976) gab es klare Tendenzen, Juden vom Verein fernzuhalten. Die FCZ-Fan-Zeitschrift ‹Daléo› erinnerte jüngst in einem Beitrag daran, dass die GC-Fans des umstrittenen Präsidenten 2015 mit Spruchbändern im Stadion gedachten. Die jüngsten Geschehnisse stehen zu dieser Vorgeschichte kaum in kausaler Verbindung, doch die Historie lässt die gegenwärtigen Ereignisse doppelt unschön aussehen.»

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