Die Deutschen sind Medikamenten-Weltmeister

Menge mal Preis: Pro Kopf geben die Deutschen für Arzneien am meisten aus. Die Schweizer noch 70 Prozent mehr als die Schweden!

Die Krankenkassen in der Schweiz müssen zwar für Medikamente höhere Preise zahlen als die deutschen Kassen. Trotzdem geben die Deutschen noch mehr Geld für Medikamente aus als die Schweizer, weil die Deutschen mengenmässig deutlich mehr Medikamente einnehmen – vor allem mehr Schmerz- und Beruhigungsmittel.

Während die Schweizer Behörden und die Pharmaindustrie fast immer die Fabrikpreise der Medikamente vergleichen, nahm eine neue kanadische Studie die offiziellen Kassenpreise als Grundlage. In Berücksichtigung der konsumierten Mengen rechnete die Studie aus, wie hoch die effektiven Pro-Kopf-Ausgaben in verschiedenen Ländern im Jahr 2015 ungefähr waren. Ganz genau war dies nicht zu ermitteln, weil die Kassen in verschiedenen Ländern statistisch nicht erfasste Rabatte aushandeln können.

Die von der kanadischen Ärztegesellschaft veröffentlichte Studie hat die Ausgaben für Medikamente in der Grundversorgung für folgende Krankheitsbilder berücksichtigt: Bluthochdruck, Schmerzen, Depressionen, Fettstoffwechsel (zu viel Cholesterin), Diabetes und Magenbeschwerden. Im Vergleich zu Ländern mit einem ähnlich hohen Anteil an über 65-Jährigen und mit vergleichbaren Lebenshaltungskosten geben die Schweizerinnen und Schweizer pro Kopf (mit Ausnahme der Deutschen) erheblich mehr aus für Medikamente, wie folgende Tabelle zeigt:


Grafik in grösserem Format hier.

Drei verschiedene Gründe
Zu den krassen Unterschieden zwischen den Ländern tragen laut Studie folgende Faktoren bei:

  1. Hoher oder mässiger Medikamenten-Konsum;
  2. Unterschiedliche medikamentöse Therapien;
  3. Kosten pro Medikament: Unterschiedliche Preise für gleiche Medikamente / verschiedene Anteile an günstigeren Nachahmerprodukten (Generika).

Die folgende Grafik fasst dies zusammen:


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Zum Infosperber-Dossier:

Gesundheitskosten

Jeden achten Franken geben wir für Gesundheit aus – mit Steuern und Prämien. Der Nutzen ist häufig zweifelhaft.

Eine Meinung zu

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    am 1.Dez.2017 um 12:24 pm
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    Erstaunt bin ich gar nicht. Nur frage ich mich ob hier auch all die Medikamente, die frei erhältlich sind, mit eingerechnet wurden? Meine Wahrnehmungen sind: schalte ich den Fernseher ein, werde ich mit Medikamenten-Werbung zugemüllt. Von ein Werbeblock bis zu 80% davon. Als Coach bin ich immer wieder erstaunt, was Menschen seit kleine auf alles schlucken. Von frühen Kindesbeines an, wird wörtlich «auf Teufel komm raus» eingeworfen. Von Kopfschmerz- bis Ein- und Durchschlaf- und Beruhigungs- und Aufputschmitteln – die sich ganz selbstverständlich abwechseln. Ernährung mit Füllstoffen aus der Junkfood-Abteilung noch oben drauf. Keine 50 und es werden 6,7,8 und mehr Mittel (verschrieben und selbst gekaufte) «hampfleweise» mit Energiedrinks runter gespült.
    Sind wir wirklich alle durch unsere eigenen Anforderungen, Ansprüche überfordert? Nicht mehr bereit Selbstverantwortung zu tragen? Und wo bleiben alle die Überreste? Müsste hier nicht auch ein Rigel geschoben werden, wie mit der Werbung für Zigaretten und Alkohol? Oder gar Sozialkompetenzen bereits in den Schulen vermittelt werden?

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