Wahloperation: Lieber nicht vor Feierabend!

Bei Operationen um 17.00 Uhr kommt es in der Schweiz zu doppelt so vielen Komplikationen wie bei Eingriffen am Vormittag.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Statistik von 27’389 Operationen, welche die Arbeitsgemeinschaft für Qualitätssicherung in der Chirurgie AQC veröffentlicht hat. Notfallmässige und ambulante Eingriffe wurden ausgeklammert.
Bei den Komplikationen geht es um Komplikationen während den Operationen oder bis 30 Tage nach den Operationen, sowie um Zwischenfälle, die zwar während des Spitalaufenthalts, aber unabhängig von den Operationen vorkamen.


Im Durchschnitt kommt es bei 10 Prozent aller Operationen zu einer nicht vermeidbaren oder vermeidbaren Komplikation (rote Linie). Grösseres Format der Grafik hier.

Unterschiedliche Gründe
Zu den unterschiedlichen Komplikationshäufigkeiten im Tagesverlauf schreibt die AQC: «Zum Beispiel können der Biorhythmus des Patienten, die Operations-Dringlichkeit (‹Es muss heute noch gemacht werden›), eine allfällige Müdigkeit des Operations-Teams oder Anderes hierfür ursächlich sein.» Diese möglichen Ursachen, wie auch der Langzeitverlauf oder die Operationsqualität müsste gesondert erforscht werden, meint der AQC.
Bei Herzoperationen ergab eine frühere Studie, dass es am Nachmittag zu eher weniger Komplikationen kommt.

Über die AQC

Drei chirurgische Chefärzte hatten die Arbeitsgemeinschaft für Qualitätssicherung in der Chirurgie AQC 1995 gegründet mit dem Zweck, gemeinsame Statistiken über Fälle und Eingriffe zu erstellen und diese dank Vergleichen untereinander zur Qualitätssicherung und Erkennung der eigenen Stärken und Schwächen zu nutzen. Aktuell umfasst die AQC-Datenbank rund 1,5 Millionen Fälle. Sämtliche relevanten öffentlichen Spitäler aller Landesteile machen in der einen oder anderen Form mit. Die freiwillige AQC-Datenbank ist auch die Basis für behördlich vorgeschriebene Register wie zum Beispiel die Datenbank der hochspezialisierten viszeralchirurgischen Operationen.

Zum Infosperber-Dossier:

Vermeidbare Arzt- und Spitalfehler

In Schweizer Spitälern sterben jedes Jahr etwa 2500 Patientinnen und Patienten wegen vermeidbarer Fehler.

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