Die Lebenserwartung in den USA nimmt schon seit drei Jahren ab

Begleiterscheinungen von Armut wie etwa Junkfood, Übergewicht, Schmerzmittel und Drogen senken das durchschnittliche Todesalter.

In den USA sank das durchschnittliche Todesalter bereits im dritten Jahr nacheinander, seit 2014 um total vier Monate. Das gaben die Centers of Disease Control and Prevention bekannt. Im Jahr 2017 starben die Menschen in den USA im Schnitt im Alter von 78,6 Jahren. Für einen Industriestaat ist das früh. Zum Vergleich: Die Deutschen starben durchschnittlich im Alter von 80,6 Jahren, die Schweizerinnen und Schweizer im Alter von 83 Jahren.

Die wesentlichen Gründe für die sinkende Lebenserwartung in den USA hat Infosperber vor einem Monat aufgezählt:

  1. Die ärmsten 10 Prozent einer Bevölkerung drücken die durchschnittliche Lebenserwartung eines Landes am stärksten nach unten. Ihr Leben ist mindestens zehn Jahre kürzer als das der zehn Prozent Wohlhabendsten. In den USA ist die Armut dieser vernachlässigten Bevölkerungsgruppe grösser geworden.
  2. Als Folge der lockeren Verschreibungspraxis und der aggressiven Werbung von Pharmakonzernen sterben in den USA jedes Jahr rund 65’000 Menschen an den Folgen von Opioid-Schmerzmitteln, im letzten Jahr sogar über 70’000. Betroffen ist wiederum vor allem die Unterschicht.
  3. Am meisten verbreitet sind in der Unterschicht auch zu wenig körperliche Bewegung und Junkfood. Der heutige Lebensstil in den USA macht krank. «Becoming an American can be bad for your health», titelte die «New York Times» vor fünf Jahren. Das bekommen Einwanderer zu spüren.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzte schon vor vierzehn Jahren, dass 25 bis 33 Prozent aller Krankheiten in Industriestaaten im weiteren Sinn «umweltbedingt» sind: Ungenügende körperliche Bewegung, Luft- und andere Umweltverschmutzung, industrielle Ernährung.

Um die durchschnittliche Lebenserwartung in einem entwickelten Land zu erhöhen, sind höhere Sozialausgaben, Umverteilung und Ausbildung für die Unterprivilegierten viel effizienter als noch mehr Geld für die Gesundheitsindustrie.

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