Haarfärbemittel: Je farbiger desto problematischer

Bunte Haarfarben enthalten so viele riskante Inhaltsstoffe, dass sie bei «Öko-Test» reihenweise durchfielen.

Es sei eines der düstersten Ergebnisse, das je ein Produkt eingefahren hat, berichtet das Portal «Utopia»: Die deutsche Zeitschrift Öko-Test hat modisch bunte Haarfarben in allen Tönen des Regenbogens getestet, grösstenteils mit dem Ergebnis «Ungenügend». Die Farben enthalten jede Menge riskante Inhaltsstoffe, stellte Öko-Test fest.

Beim Kriterium «Inhaltsstoffe» die Note «ungenügend» und beim Kriterium «Weitere Mängel» (namentlich eine mangelhafte Deklaration) die Note «mangelhaft» erhielt das Produkt «Arctic Fox Semi-Permanent Hair Color Iris Green». Es hat damit am schlechtesten abgeschnitten. Die meisten andern getesteten Haarfärbemitteln erhielten bei den «Inhaltsstoffen» ebenfalls die Note «ungenügend», wiesen jedoch keine «anderen Mängel» auf.

Der problematische Teil des Regenbogens: Anilin und PEG:

Ins Labor geschickt hatte das Magazin 14 Ein-Komponenten-Haarfarben aus Drogeriemarkt, Coiffeurbedarf und Internet.
Als problematische Inhaltsstoffe bewertete Öko-Test Anilin, das sich in Tierversuchen als krebserregend erwiesen hat, sowie anilinfreisetzenden Farbstoffe. Anilin gilt in der EU als nicht sicher.
Farbstoffe, die ebenfalls zur Stoffklasse der aromatischen Amine gehören und von der der EU noch nicht endgültig klassifiziert sind, stuften die Tester als riskant ein.

In 13 von 14 Produken fanden die Tester PEG (Polyethylenglykole) und PEG-Derivate. Diese stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Sie können die Haut durchlässiger für andere Schadstoffe machen und so Allergien auslösen.

In Produkten, die wieder ausgespült werden, ist das zwar weniger schlimm, die bunten Farbgels bleiben jedoch teilweise mehr als 30 Minuten im Haar. Bei einigen muss das Haar dazu vorher gebleicht werden, damit es die knallige Farbe aufnimmt, was Haut und Haar empfindlicher macht.

Parabene als hormonaktive Substanzen

In den beiden getesteten Produkten der Firma Schwarzkopf (Got2B Farb Artist 096 Carribbean Türkis sowie Professional Igora Color Worx Direct Dye Purple) fanden die Tester als Konservierungsstoffe Parabene. Diese stehen im Verdacht, hormonähnliche Wirkung zu entfalten und sind im Tierversuch fortpflanzungsgefährdend.

Der auf manchen Haarfarben-Packungen empfohlene Selbsttest auf Allergien sei übrigens überholt, informiert Öko-Test. Ein solcher Test könne die Allergie erst auslösen.
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Diesen Beitrag hat Daniela Gschweng aufgrund eines Berichts von «Öko-Test» erstellt.

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