In der NZZ vom 26.2. steht ein ganzseitiges Interview mit Condoleezza Rice. Ohne eine einzige Frage zum Irak!

Das bringt nur NZZ-René Scheu fertig

In der NZZ vom 26.2. steht ein ganzseitiges Interview mit Condoleezza Rice. Ohne eine einzige Frage zum Irak!

Das muss man zuerst können!

Es ist sicher eine Ehre, in der privaten Stanford University in Kalifornien an die ehemalige US-Aussenministerin Condoleezza Rice heranzukommen und mit ihr ein Gespräch zu führen. Condoleezza Rice ist eine attraktive Persönlichkeit, ohne Zweifel ein gescheites Haus und belesen, für ein Interview im Feuilleton einer Oberschicht-Zeitung sicher geeignet.

René Scheu, der jetzige Chef des NZZ-Feuilletons, hat es geschafft. Er hat mit der ersten schwarzen Aussenministerin der USA ein Interview gemacht. Und sie zum Beispiel gefragt, um welche Zeit sie am Morgen jeweils aufsteht. Und auf die Frage nach ihren intellektuellen Helden, bekam er eine konkrete Antwort: Hegel, Alexis de Tocqueville und James Madison.

Aber wie rechtfertigt diese Dame, die von 2001 bis 2005 Sicherheitsberaterin von US-Präsident George W. Bush und von 2005 bis 2009 dessen Aussenministerin war, den völkerrechtswidrigen US-Angriff auf den Irak im Jahr 2003, basierend auf absoluten Falschinformationen zuhanden der Weltöffentlichkeit?

René Scheu hat ihr diese Frage nicht gestellt. Oder fiel die Antwort so aus, dass er darauf verzichtete, die Frage und ihre Antwort abzudrucken.

Der Krieg in Syrien und die daraus resultierende Flüchtlingskatastrophe ist nicht zuletzt eine Folge des total verlogenen Propaganda-Feldzuges der USA zwischen 9/11 im Jahr 2001 und ihrem Erstschlag gegen den Irak mit der Bombardierung Bagdads ab dem 20. März 2003. Mit Condoleezza Rice 15 Jahre später ein Interview zu machen und sich mit ihr zwar über ihr pianistisches Talent zu unterhalten, das Thema Irak aber total aussen vor zu lassen, das bringt nur ein NZZ-Feuilleton-Chef René Scheu fertig. Jeder Journalistenschüler am MAZ hätte kritischere Fragen gestellt.

https://www.infosperber.ch/data/attachements/Condoleezza_Rice_NZZ.jpg

Äusserst informativ war auch das Bild zum NZZ-Artikel von Beat Scheu: Condoleezza Rice von hinten. Es fehlte nur die Information, zu welchem Friseur in Stanford Condoleezza Rice jeweils geht …

Zum Interview.

7 Meinungen

  • Avatar
    am 28.Feb.2018 um 1:22 pm
    Permalink

    Frage zu Scheu: Ist er wirklich ein MAZ-Abgänger? Denn wäre er das, müssten wir seinen Professor*Innen an der MAZ auch noch ein paar nette Fragen stellen …

    0
  • Avatar
    am 28.Feb.2018 um 12:47 pm
    Permalink

    Nach diesem Affront sollten die 70 Persoenlichkeiten,die ihre Sorge ueber die Deformierung des NZZ-Feuilletons unter Scheu auesserten,erneut taetig werden.Er wurde soweit hinaufbefoerdert,um definitiv den Status der Inkompetenz erreicht zu haben.Ich habe die NZZ nicht abonniert,weshalb ich um das Abbestellen herumkomme.Es ist unertraeglich,dass ein solch seichtes Interview gefuehrt wird.Die Kardinalfragen um den Einmarsch in den Irak werden ausgespart.Nur dies interessiert im Falle von Mrs.Rice.Wie wenn ein Interview mit Blocher gefuehrt wuerde mit der Frage,welche Zahnpasta er benuetzt anstelle warum er in Sachen EU pathologisch hasst.

    0
  • Avatar
    am 28.Feb.2018 um 12:35 pm
    Permalink

    Ich weiss es nicht, aber ich mache jede Wette, dass Herr Scheu Mitglied eines amerikanische Think Tank ist, und ihm schon mal eine Amerika-Reise gesponsert wurde.

    0
  • Avatar
    am 28.Feb.2018 um 5:58 am
    Permalink

    Ich schätze diesen „Infosperber“ insbesondere wegen der Ukrainefakten, die Chriatian Müller in Ergänzung zum unerträglichen Mainstream anliefert. Was allerdings dieses wohlfeile Anti-Scheu-Gemecker soll, entzieht sich meiner Kenntnis. Thema des Artikels, der im Feuilleton seiner Zeitung und nicht im Politteil steht, sind Politcorrectness und Bildungssystem in den USA. Es ist insgesamt ein hochinteressanter Text und das Porträt einer klugen, reflektierten Frau, die man – was ja genau das Interessante ist – mal von einer anderen Seite kennenlernt. Ganz genau: Die Frage „nach dem Irakkrieg“ hätte jeder MAZ-Schüler gestellt. Und jeder Ehemalige und/oder Dozierende aus dieser Kaderschmiede des Mainstreams. Moralisieren statt Zuhören und Analysieren ist natürlich jederzeit sowohl billiger wie auch erfolgversprechender. Was um Himmels willen aber wäre denn aus all den schon vorher bekannten möglichen Antworten die gerade opportune und erwünschte? Mea culpa? Gleich werde ich mich geisseln? Ich bleibe bei meiner Auffassung? Mensch, sind Sie aber ein toller, kritischer MAZ-Absolvent? Wenn Sie sich Ihre Vorurteile bestätigen wollen, hätten Sie auch zuhause bleiben können?

    0
  • Avatar
    am 27.Feb.2018 um 8:12 pm
    Permalink

    Ich hatte die NZZ einst abonniert wegen der guten Kulturberichterstattung und der guten Fachjournalisten. Nach 20 Jahren habe ich das Abonnement wieder abbestellt, weil das Feuilleton dafür missbraucht wird, es mit Politik vollzustopfen. Die belanglosen Plaudereien mit solchen Leuten, die wie René Scheu in Sachen Kultur auch keinen Leistungsausweis haben, sind eine Schande für die ehemalige Qualitätszeitung.

    0
  • Avatar
    am 27.Feb.2018 um 6:45 pm
    Permalink

    NZZ-Feuilleton oder «Schweizer Illustrierte», Rubrik Stars & Gesellschaft ? –
    Hofberichterstattung vom Feinsten !
    NZZ-Feuiletonchef René Scheus Schreibe könnte ebensogut der Feder eines Gesellschaftsjournalisten aus dem Hause Ringier entstammen.

    0
  • Avatar
    am 27.Feb.2018 um 12:26 pm
    Permalink

    …nicht zu vergessen Hegel, und als Weltgeist entweicht dann Nr. 45.

    0

Deine Meinung ist gefragt!