Die (gute) Zeit der (guten) «Zeit» ist abgelaufen

Die deutsche Wochenzeitung «Die Zeit» ist kaum mehr verdaubar. Nicht zuletzt der Herausgeber selbst ist unerträglich geworden.

Die deutsche Wochenzeitung «Die Zeit» galt einmal als beste Wochenzeitung im deutschsprachigen Raum überhaupt. Es gab viel Lob und Zustimmung, kaum Kritik oder zumindest nur punktuell. Das «Zeit»-Abonnement war die Möglichkeit, sich auf hohem Niveau über den Rest der Welt ein Bild zu machen.

Tempi passati. Infosperber hat schon vor längerer Zeit auf zwei zunehmende Schwachpunkte aufmerksam gemacht: Der Frontseiten-Aufmacher wurde immer öfter einem Thema der Psychologie gewidmet, als ob man die «Zeit» abonniert hätte, weil man selbst psychisch angeschlagen ist und nach Hilfe Ausschau hält. Und zweitens war es immer äusserst ärgerlich, wenn «Zeit»-Herausgeber Josef Joffe persönlich auf der Frontseite einen Kommentar platzierte.

Beide unerfreulichen Tendenzen haben sich seither verstärkt. Es gibt praktisch keine Ausgabe mehr, die dem Leser nicht schon auf der Frontseite mitteilt, er, der Leser, oder sie, die Leserin, hätten ein psychisches Problem – in der Liebe, in der Selbstbeurteilung, im Freundeskreis, im Berufsleben usw. Und wenn Herausgeber Josef Joffe schreibt, dann ist es nicht mehr nur ärgerlich, sondern schlicht unerträglich.

Mit der Ausgabe vom 20. Februar hat «Die Zeit» sich selbst übertroffen und einen neuen Höhepunkt erreicht. Aufmacher ist das Thema ‹Monogamie›. Das Besondere daran: Schon auf der Frontseite wird darauf aufmerksam gemacht, dass das Thema ‹Monogamie› diesmal «in allen Ressorts» behandelt wird: «Monogamie. Die grosse Illusion? Wie Wissenschaftler den Seitensprung beurteilen und ob Treue noch immer erstrebenswert ist: Eine Streitfrage durch alle Ressorts der ZEIT». Und, ebenfalls ärgerlich, darunter eine halbseitige Anzeige des Pharma-Unternehmens Bristol-Myers Squibb. Blätterte man um, erschien eine zweite Frontseite, der obere Teil identisch mit der ersten, der untere Teil anstatt mit der grossen Pharma-Anzeige mit zwei Leitartikeln; einer davon, einmal mehr, von Herausgeber Josef Joffe.

Zur ‹Monogamie›:

– Im Ressort ‹Politik› die ganze Seite 7: «Im lustverdünnten Raum. Besser fremdgehen als zu viel CO2 ausstossen. Die Sexualmoral ist nicht mehr die schwerste Last, an der deutsche Politiker zu tragen haben.» Und dazu ein grosses Bild eines Kondoms.
– Im Ressort ‹Geschichte› die ganze Seite 19: «Der Präsident und seine Sklavin. US-Gründervater Thomas Jefferson war gegen die Sklaverei – und gegen ihre Abschaffung. Hunderte von Männern und Frauen gehörten zu seinem Besitz, unter ihnen die junge Sally Hemings, die er sich zu seiner Geliebten nahm.»
– Im Ressort ‹Wirtschaft› die ganze Seite 26: «Der Preis des Seitensprungs. Rund um das Anbahnen, Vertuschen und Aufklären von Affären und Ehebrüchen hat sich ein blühender und ziemlich verschwiegener Wirtschaftszweig gebildet. Eine Spurensuche.»
– Im Ressort ‹Wissen› die ganze Seite 33: «Nur Sex, das gibt’s doch gar nicht. Was hilft Paaren, wenn einer der Partner fremdgegangen ist? Wie lassen sich Beziehungen kitten?»
– Im ‹Feuilleton› die ganze Seite 57: «Ehebruch als Routine» und «Wer könnte ich sein?»
– Im Ressort ‹Glauben & Zweifeln›: die ganze Seite 62: «Wer von Euch ohne Sünde ist».
– Im Ressort ‹Zeit zum Entdecken›: zwei volle Seiten «Er sagt», «Sie sagt».
– Und dann auch noch im Glanzpapier-«Magazin» ab Seite 30 auf fünfeinhalb Seiten: «Polygamie geht in modernen Gesellschaften nicht gut.»

Muss ich das wirklich alles lesen? Und mit meinem Abonnement dafür bezahlen?

Josef Joffe plädiert für den Einsatz von Militär

Doch zurück zur Aufmacherseite mit einem Leitartikel des «Zeit»-Herausgebers Josef Joffe. Die Headline: «Macht Politik» – ohne Bindestrich, also bewusst zweideutig. Und dann das Lead: «Wenn Europa in die Liga der Grossmächte aufrücken will, muss es die Kultur der Zurückhaltung aufgeben.»

Zuerst erwähnt Josef Joffe – leicht neidisch – den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der mehr Macht für Europa fordert und dem an der Münchner Sicherheitskonferenz alle zugejubelt haben. Dann zitiert er, zustimmend, die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: «Europa muss die Sprache der Macht sprechen lernen.» Und dann stellt er die rhetorische Frage: «Wie ist es möglich, dass die EU nicht in der Grossmachtliga spielt?»

Dann kommt’s: «Just hier fällt das Schlaglicht auf Deutschland. Ohne das Schwergewicht in der Mitte kann es keine strategische Macht namens EU geben. Doch auf dem Weg dahin müssen die Deutschen noch einen langen Weg gehen – aus Gründen, die tief in der Geschichte des 20. Jahrhunderts verwurzelt sind. Dieses Land hat zweimal nach der Weltmacht gegriffen und ist dabei knapp am Untergang vorbeigerutscht. Was Wunder, dass die Deutschen sich danach dem ‹Nie wieder!› verschrieben haben. Der Aggressor mauserte sich zum Friedensengel. 2014 ehrte eine weltweite BBC-Umfrage Deutschland als ‹beliebtestes Land› auf Erden. Doch das Trauma der wieder gut gewordenen Deutschen sitzt tief – ganz anders als in Frankreich und England, die sich eine Art Kriegskultur bewahrt haben. Die Deutschen feiern sich dagegen als ‹Friedensmacht› (Willy Brandt), die mit der Kultur der Zurückhaltung märchenhaft reüssiert hat. Die höhere Moral wirft zudem hohen realpolitischen Gewinn ab. Derweil die Westmächte rings um die Welt Gut und Blut opferten, konnte die Republik (gemeint ist Deutschland, Red.) den eigenen Garten bestellen.»

Jetzt wird «Zeit»-Herausgeber Josef Joffe konkret: «Unverzichtbar ist ein Kulturbruch im Jahr 75 nach Hitler, nach einer mustergültigen demokratischen Karriere. Strategisch denken heisst, alle Mittel einzusetzen: Diplomatie, Wirtschaft, Militär.»

Josef Joffe zum Thema ‹Militär› wörtlich: «Schon die glaubhafte Drohung kann Schlimmeres verhindern und den Frieden sichern. Die Hardware zu kaufen ist einfach. Die Software in den Köpfen umzuprogrammieren ist ein Generationenprojekt. Zu süss waren die Früchte der Enthaltsamkeit. Doch ohne die gebrannten Deutschen bleibt die strategische Macht Europas bloss eine herzerwärmende Vision.»

Man merke: Die militärische Zurückhaltung Deutschlands war nur eine «herzerwärmende Vision». Es braucht, 75 Jahre nach Hitler, endlich einen Kulturbruch! Es muss in Deutschland endlich wieder militärische Macht her!

Josef Joffe, hier an der Münchner Sicherheitskonferenz 2014 (rechts aussen), ist einer der führenden deutschen Meinungsmacher. Schon 2007, als Putin an der Münchner Sicherheitskonferenz in aller Deutlichkeit nochmals eine friedliche Zusammenarbeit mit Europa anbot, war es Joffe, der mit einer provozierenden ersten Frage an Putin die anschliessende Diskussion und die Berichterstattung in den deutschen Medien auf den – von ihm erwünschten – antirussischen Kurs brachte, wie der damalige Direktor der Münchner Sicherheitskonferenz Horst Teltschik in seinem neuen, äusserst lesenswerten Buch «Russisches Roulette. Vom Kalten Krieg zum Kalten Frieden» berichtet.

Dass Josef Joffe einer der Vordenker und Verfechter der (inakzeptablen) These ist, Kritik am Staat Israel sei bereits Antisemitismus, mochte man ihm, dem Juden, noch nachsehen. Dass er aber auf der Frontseite der «Zeit» dafür plädiert, machtpolitisch müsse Deutschland neben Diplomatie und Wirtschaft endlich auch wieder militärisch aufrüsten, bringt das Fass, wie es so schön heisst, nun doch zum Überlaufen.

Die Zeit für «Die Zeit» ist abgelaufen

Für ein «Zeit»-Abonnement oder am Kiosk Geld ausgeben, um Josef Joffe zu lesen? Schade ist es nach Ablauf des bezahlten Abos nur für die drei Seiten «Schweiz», auf denen der Schweizer Journalist Matthias Daum, aber auch andere hervorragende Journalisten, zum Beispiel Alexander Grass, immer wieder höchst lesenswerte Beiträge haben.
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Als Beilage zur «Zeit» Nr. 9 / 2020 erhielten die Abonnenten (zumindest jene in der Schweiz) eine zwölfseitige «Sonderveröffentlichung des ZEIT Kunstverlags». So richtig appetitlich.

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Siehe dazu auch:

  • «Die Zeit: Wenn der Boss kommentiert»
  • «Spinnen wir eigentlich alle?»
  • 15 Meinungen

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      am 17.Mrz.2020 um 8:41 pm
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      @Schären: Ich sehe nicht warum der «psiram» Artikel überhaupt relevant sein sollte? Darin wird ja gar nichts inhaltlich widerlegt, weder bei der von mir verlinkten Graphik noch sonst? Also nochmals die Frage an Sie: Was soll an der Graphik nicht stimmen? Ich fand keine Fehler, und wenn Sie auch keine finden, ist das ja um so besser.

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      am 15.Mrz.2020 um 11:05 pm
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      @Michael Javav: Danke für die Info, dass Sie «die Graphik überprüft» und «keine Fehler» gefunden haben.
      Das ändert nichts an meiner Aussage. (Zur Grafik finden Sie bei meinem Kommentar übrigens nichts.)
      Und natürlich können Sie Jan Hollers Hinweis auf den Beitrag übers «SWPRS» auf psiram.com pauschal mit der Verunglimpfung «Rufmordportal» abtun.

      Vielleicht können Sie aber auch noch konkret und etwas detaillierter nachreichen, was genau am Beitrag unter https://www.psiram.com/de/index.php/Swiss_Propaganda_Research falsch ist?
      Ich vermute nicht.

      Bereits der Name zeigt, dass dieses … Ding nicht offen «researcht»: Es forscht nach angeblicher Propaganda. Es ist völlig intransparent. Und Sie bezeichnen dann eine simple Grafik als augenöffnend. Dabei scheint Ihnen völlig egal zu sein, ob das Ganze inhaltlich belegt ist und wie es nachvollziehbar zustande kam – was bei ernstzunehmenden wissenschaftlichen Publikationen üblich wäre.

      Das können Sie natürlich alles. Aber dann psiram.com einfach so als «Rufmordportal» abzutun, wirkt komplett unglaubhaft.

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      am 12.Mrz.2020 um 5:01 pm
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      siehe auch

      "offe und Bittner (Die Zeit) gegen ‚Die Anstalt‘ (ZDF): Worum es eigentlich geht.
      13. Januar 2017 um 9:17 Ein Artikel von: Carsten Weikamp

      Die Kabarettisten Claus von Wagner und Max Uthoff hatten 2014 Zweifel an der journalistischen Unabhängigkeit von ZEIT-Mitherausgeber Josef Joffe und Redakteur Jochen Bittner angemeldet aufgrund vielfältiger Verbindungen, die diese zu transatlantischen Think Tanks unterhalten. Die fortgesetzte Klage der beiden „Qualitätsjournalisten“ gegen das ZDF wegen Nebensächlichkeiten und die Reaktion auf das diese Woche ergangene BGH-Urteil belegen, dass sie das Berufsethos wenig kümmert und dass ihnen stattdessen die Deutungshoheit in der Presselandschaft deutlich mehr am Herzen liegt.
      .
      .
      https://www.nachdenkseiten.de/?p=36608

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      am 9.Mrz.2020 um 9:41 pm
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      @Holler: Können Sie mir bitte erklären, was an der verlinkten Graphik nicht glaubwürdig sein soll? Ich habe sie überprüft und die Angaben sind korrekt. Hingegen verlinken Sie auf ein anonymes Rufmordportal, das nun wirklich unglaubwürdig ist.

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      am 9.Mrz.2020 um 8:50 pm
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      @Schären: Ich habe die Graphik überprüft und fand keine Fehler. Herr Joffe ist wirklich Mitglied in all diesen Organisationen und Netzwerken, deren Ausrichtung kein Geheimnis ist. Das wurde sogar mal in einer ZDF-Sendung gezeigt, Joffe hat dann dagegen geklagt und verloren. Es gibt diese Graphik übrigens auch für die Schweiz, ein echter Augenöffner.

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      am 9.Mrz.2020 um 7:40 pm
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      Die ZEIT ebenso wie die Süddeutsche Zeitung und der SPIEGEL waren einstmals meine tägliche bzw. wöchentliche Pflichtlektüre. Wenn ich die im fernen Ausland ab und zu mal nicht kaufen konnte – oder einstmals in Sao Paulo für ein 2 Wochen altes SPIEGEL Exemplar über 20 DM bezahlte – fühlte ich mich schlecht oder unzureichend informiert!
      Über die vergangenen 20 Jahre hat sich das nach und nach geändert, und seit einigen Jahren rühre ich alle DREI nicht mehr an, weil auch ich merkte, dass besonders bei aussenpolitisch relevanten wichtigen Themen die «volle Wahrheit» immer stärker der parteiischen Propaganda weichen musste! Inzwischen sind meine Deutsch-sprachigen Informationsquellen vorallem NachDenkSeiten, INFOsperber, junge Welt und RTdeutsch sowie insbesondere das englisch sprachige Information Clearing House. Insbesondere letztere Informationsquelle bietet ein ausserodentlich vielfältiges Meinungsspektrum, und die ebenfalls US-amerikanische «American Pravda» von Ron Unz wagt sich auch an Themen, die insbesondere in Frankreich und der BRD mit Gefängnisstrafe bedroht sind!

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      am 9.Mrz.2020 um 10:06 am
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      In den 1970er Jahren ergab sich der (vermutlich einmalige) Glücksfall, dass ein Untersuchungsausschuss des amerikanischen Kongresses, das sog. Church Committee (benannt nach dem Senator Frank Church), die Machenschaften der US-Geheimdienste (vor allem der CIA) durchleuchtete. Seither sind die US-Geheimdienste noch deutlich größer und mächtiger geworden, nicht zuletzt durch den Patriot Act, und mit einer parlamentarisch erzwungenen Einsichtnahme in ihre Aktivitäten ist nicht mehr zu rechnen, es sei denn es passiere in den USA eine politische Revolution.
      Das Church Committee konnte u.a. offenlegen, dass die CIA in Medienunternehmen (Presse, Radio, Fernsehen) etlicher Länder «media assets» sitzen hatte, Journalisten (meist Ressortleiter oder Chefredakteure), die Nachrichten und Kommentare nach CIA-Vorgaben lancierten und so für eine Berichterstattung im Interesse der imperialen außenpolitischen Interessen der USA sorgten. Der Ausschuss deckte auch Fälle auf, in denen die CIA verdeckte Eigentümerin oder Miteigentümerin von Zeitungsverlagen war und so problemlos journalistische Mitarbeiter ihres Vertrauens in die Redaktionen einschleusen konnte.
      Die Geheimdienste bauten trotz der Enthüllungen der 70er Jahre ihr globales Propagandanetzwerk weiter aus, und es ist eine plausible Annahme, dass Herr Joffe ein Teil davon ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man ZEIT-Herausgeber werden kann, ohne einen Batzen Geld mitzubringen. Woher nimmt ein Journalist so viel Kapital?

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      am 9.Mrz.2020 um 9:10 am
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      Ich verstehe jetzt nicht ganz, was das Aufgreifen und die Verarbeitung des Themas Monogamie in der «Zeit» in dieser persönlichen Abrechnung soll. Christian Müller lässt m.E. völlig offen, warum er so detailliert aufzählt, dass und wie es in der betroffenen Ausgabe aufgearbeitet wurde.
      Kann mir jemand helfen?
      Bei Josef Joffe ist die Kritik schon eher verständlich begründet.
      Trotzdem gibt es in der «Zeit» nach wie vor sprachlich und inhaltlich tolle Beiträge und eine Gestaltung, die man in der Schweiz suchen kann.

      Und bitte, @Michael Javav, auf die intransparente und unwissenschaftliche Site von Swiss Propaganda Research zu verweisen, hilft keine Fragen ernsthaft klären.

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      am 8.Mrz.2020 um 11:02 pm
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      Um ehrlich zu sein – ich lese die «Zeit» nicht, dafür fehlt mir die Zeit. Bin noch nicht in Rente. Müsste ich aber einem Printmedium mehr Leserinnen und Leser beschaffen, könnte es gut sein, dass ich mir Themen ausdächte die ganz, ganz viele beträffen. Also zum Beispiel Fremdgehen. Ein perfekter Stoff, der weit mehr als die Hälfte der Allgemeinheit umtreibt. Damit ist beileibe nicht ein betrunkenes Tête à tête oder ein simpler One Night Stand gemeint. Manches Fremdgehen dauert.
      Psychische Probleme erschliessen sich nicht selten genau aus diesen Gründen. Liebeskummer ist nicht romantisch, oft aber das, was psychiatrisch als «kränkend» (also krank machend) bezeichnet wird. Themen also, die sehr, sehr viele von uns betreffen. Warum sollte sich die Zeit solcher Desaster nicht annehmen?

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      am 7.Mrz.2020 um 8:40 pm
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      Zwei weitere Beispiele der «Pro-Militäreinätze» – Meinungsmache der Zeit:
      «Manchmal muss man Krieg führen»
      https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-12/europaeische-union-intervention-militaer-syrien-geopolitik?cid=50898589#cid-50898589
      und
      "Wolfgang Schäuble plädiert für mehr Militäreinätze»
      https://www.zeit.de/politik/deutschland/2020-01/wolfgang-schaeuble-bundeswehr-auslandseinsaetze?cid=51363186#cid-51363186

      Das bedenklichste ist, dass die Zeit – bei einem so wichtigem Thema – nicht gleichzeitig eine Gegenmeinung veröffentlicht.

      Mit freundlichen Grüßen
      Martin Hülsmann

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      am 7.Mrz.2020 um 3:30 pm
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      Hatte mir vor ca 2-3 Jahren überlegt, die Zeit zu abonnieren, dann aber recht regelmässig die Wochenausgaben gekauft – was dann immer seltener wurde bis nun schon mehr als 1 Jahr nicht mehr. Im Artikel hier wurde die Frage gestellt: «Muss ich das alles lesen – und dafür auch noch bezahlen?». Die hat sich für mich jedenfalls beantwortet. Ich will nicht.
      Schade, noch eine Zeitung, die sich selbst langsam demontiert. Es fällt auf, dass dies oft mit dem Auftreten von autoritären, sehr selbstbewussten, «starken» Männern mit grossem Bedürfnis nach Geltung und Einflussnahme und wenig Gefallen an anderen Meinungen zusammen fällt.

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      am 7.Mrz.2020 um 2:07 pm
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      Sehr geehrter Herr Müller, Ihre Kritik an der «ZEIT» teile ich keineswegs. Wenn das Thema Monogamie über mehrere Artikel abgehandelt wird, verdichtet sich dieses Thema auch. Es spricht auch für den Mut der ZEIT, sich dem Thema Monogamie zu stellen, in einer Zeit, wo monogames Zusammenleben als Ehepaar fast schon exotisch anmutet. Ihre Argumentation, bzw. Ihre Kritik jedenfalls ist nicht überzeugend. Da ich seit vielen Jahren ZEIT-Abonnent bin, bin ich überzeugt, dass die ZEIT nach wie vor die beste Zeitung im deutschsprachigen Raum ist. Selbst eine NZZ kommt selten an das Niveau und die sehr gut gemachten Recherchen heran. Dass die ZEIT halt etwas Deutschland-lastig ist, muss man als Schweizer akzeptieren. Natürlich schätze ich die Schweizerseiten darin auch sehr.

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