Robert Menasse, eben geehrt mit dem Deutschen Buchpreis, erwartet in Österreich nationalistische Radikalisierung

Deutscher Buchpreis für Menasse

Robert Menasse, eben geehrt mit dem Deutschen Buchpreis, erwartet in Österreich nationalistische Radikalisierung

Der Wiener Literat und Essayist Robert Menasse hat für sein Buch «Die Hauptstadt» den Deutschen Buchpreis 2017 erhalten. Infosperber hat schon mehrmals auf diesen – literarischen – Kämpfer für ein europäisches Zusammengehen hingewiesen: hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier.

Jetzt wurde Robert Menasse von Radio SRF 2 Kultur zum Wahlausgang in Österreich befragt. Glücklich darüber ist er natürlich nicht. Er fürchte für die nächsten Jahre eine spürbare nationalistische Radikalisierung, sagte er. Und er fürchtet vor allem auch negative Auswirkungen auf Europa: «Es wird auch europapolitisch zu problematischen Konsequenzen führen, aus einem einfachen Grund: Sie werden kein Problem lösen können. Dann werden die Wähler sagen: Die Nationalisten, die wir jetzt gewählt haben, waren zu wenig konsequent, wir brauchen radikalere Nationalisten. Eine Spirale, die zu immer grösserer rechter Radikalisierung führen wird. Wohin das führt, das wissen wir, oder sollten wir aus der Geschichte wissen.»

2 Meinungen

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    am 23.Okt.2017 um 3:31 pm
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    Nach dem Wahlsieg Trumpf erlitten die rechtspopulistischen und extrem nationalistischen Parteien in Europa – kurzfristig wirksam – einige von vielen fälschlicherweise als beruhigend wirkende Niederlagen – so in der Wiederholung der österreichischen Bundespräsidenten-Wahl; in den Wahlen in Holland und Frankreich. Die Beruhigungs-Pause ist abgelaufen: Rechts-nationalistisch, aus- und abgrenzende Parolen sind weiter erfolgreich im Vormarsch – das zeigen die Wahlen in Tschechien und Österreich.

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    am 18.Okt.2017 um 3:17 pm
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    Alle Wahlen in diesem Jahr werden Menasse wohl zu denken geben, denn sie gleichen einander. Selbst der vielgelobte Wahlausgang mit Neu-Napoleon Macron wird Europa nicht retten. Das Pendel der Europhorie schlägt zurück, um in der Mitte ein neues Gleichgewicht zu finden. Man fühlt sich an das «Europa der Vaterländer» Charles de Gaulles erinnert, ein Franzose! Auch La grande Frankreich wird sich der europäischen Idee nie ganz unterordnen, «vive la France» lautet die Devise. Da ist Österreich nur ein Nebenschauplatz.

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