Früher lobte der Bündner Medien-Zar Hanspeter Lebrument kartellkritische Journalisten, jetzt wünscht er sie ins Pfefferland.

Bau-Kartelle: Lebruments Spitzkehre

Früher lobte der Bündner Medien-Zar Hanspeter Lebrument kartellkritische Journalisten, jetzt wünscht er sie ins Pfefferland.

Hanspeter Lebrument, der Präsident des Bündner Somedia-Verlags, schoss in der Somedia-Zeitung «Südostschweiz» vom 3. Mai 2018 scharf gegen die Wettbewerbskommission (Weko) und das Onlinemagazin «Republik», das in einer vierteiligen Serie über die Bündner Kartelle berichtete:

«Die Weko hat in enger Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten Onlinemagazin ‹Republik› – das den Lesern neue und bessere journalistische Qualitäten anbieten soll – den Bündner Wahlkampf für Regierung und Parlament vom 10. Juni aufs Schwerste gestört und beschädigt. Eine grosse Zahl schuldloser Bündnerinnen und Bündner sind in eine Affäre gezogen worden, mit der sie gar nichts zu tun haben. Eigentlich müsste die Wahl abgesetzt und neu angesetzt werden. Brutale Eingriffe der Weko sind nichts Neues, Graubünden hat schon schwer darunter gelitten.»

Ganz anders tönt Lebrument in seiner Biografie «Hanspeter Lebrument: Vom Lehrer zum Unternehmer und Präsidenten der Schweizer Verleger» (2015). Darin lobt er die Journalisten, die kritisch über Kartelle berichten, in hohen Tönen und preist die «Südostschweiz» als deren «Schutzschild» wider die Kartelle der Baumeister:

«Es erscheint mir deshalb ganz wesentlich, dass die Konzentration im Medienbereich eigentlich überall zu einer verstärkten journalistischen Position geführt hat. Wenn ich heute in der ‹Südostschweiz› lese, dass es Baumeister gibt, die das Kartellrecht verletzen, finde ich das eine wahnsinnig gute Geschichte – früher hätte ich Angst gehabt, dass mich der Präsident des Baumeisterverbandes anruft und mich fragt: ‹Seid ihr eigentlich verrückt, so etwas zu schreiben?!› Unsere Monopolstellung macht uns unabhängig, und sie ist der beste Schutzschild für die Journalisten

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