Die Kurden waren mit der Regierung Assad nicht zufrieden. Aber unter türkischer Verwaltung sei es noch schlimmer.

«Die Türkei ist schlimmer als Assad»

Die Kurden waren mit der Regierung Assad nicht zufrieden. Aber unter türkischer Verwaltung sei es noch schlimmer.

Unter dem Titel «Schlimmer als Assad» veröffentlichte die Zeitung «Der Bund» am 18. Oktober ein Interview mit dem Kurden Ashti Amir, der vor zwanzig Jahren vor Assad in die Schweiz geflüchtet war und heute das Hilfswerk «Syriaid» leitet, das in Syrien in Gesundheit, Bildung und Nothilfe investiert. Seine Eltern leben bei Afrin, einer Gegend, in der die Kurden dominieren, und die heute von den Türken quasi annektiert worden ist (siehe Karte oben links). Die Einschätzung von Ashti Amir: «Das Regime der Türkei ist sogar schlimmer, als es dasjenige von Assad war: Es werden Leute eingesperrt, gefoltert und Läden geplündert. Meinen Schwiegereltern wurde gerade die gesamte Olivenernte konfisziert. Zudem hat die Türkei viele Kurden vertrieben und in ihren Häusern arabische Flüchtlinge angesiedelt. Auch die Gesundheitszentren, die wir mit unserer Hilfsorganisation Syriaid unterstützten, wurden von der Türkei geschlossen.


Die schräg gestrichelten Gebiete im Nordwesten von Syrien hat die Türkei de facto annektiert. Rechts zwischen Kobane und Dêrik will die Türkei der Grenze entlang einen Korridor von 30 Kilometer Breite unter ihre Kontrolle bringen, die dortigen Kurden vertreiben und syrische Flüchtlinge aus der Türkei in diesem Korridor aussiedeln. Grössere Auflösung der Grafik hier.

Zum Infosperber-Dossier:

Der Krieg in Syrien

Das Ausland mischt kräftig mit: Russland, Iran, USA, Türkei, Saudi-Arabien. Waffen liefern noch weitere.

Eine Meinung zu

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    am 21.Okt.2019 um 6:10 pm
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    An welcher Stelle in der UN-Charta steht, dass ein angrenzender Staat auf den Staatsgebiet des Nachbarn einen Sicherheitszone errichten darf, kann oder will?

    Derartiges kommt in der UN-Charta nicht vor !

    Aus dem Grund wird die UN-Charta nur dann aus der Schublade gezogen, wenn in China bezahlte Terroristen vor laufender Kamera brennende Barrikaden errichten und dafür verprügelt und inhaftiert werden. Man sollte mal bei Frau Newland nachfragen, wie viel Geld den Terroristen in Honkong durch die US-Regierung zur Verfügung gestellt wurden.

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