USA reduzieren Zahlungen: Weisshelme in Syrien in Finanznot

Die Opfer rettenden, vom Westen finanzierten Weisshelme arbeiten nur mit Rebellengruppen, die Präsident Assad stürzen wollen.

Weil vor allem die USA als grösster Geldgeber die Weisshelme nicht mehr finanzieren wollten, sei deren Budget im Jahr 2018 von vorher 18 auf 12 Millionen Dollar gekürzt worden. Das berichteten der ARD-Sender MRD und CBS-News.
Die «White Helmets» hätten von der US-Regierung keine Informationen erhalten, ob die Beiträge der USA weiter gekürzt würden. Jedenfalls sei in den letzten Wochen kein Geld mehr eingetroffen. Präsident Donald Trump hatte Ende März 200 Millionen Dollar für die Wiederaufbauhilfe in Syrien gestoppt. Es sei unklar, wie stark dieser Finanzstopp auch die Weisshelme betrifft.
Weitere Finanzierer der Weisshelme sind Grossbritannien, Kanada, Deutschland, Dänemark und Japan. Zudem werden private Spenden gesammelt. Die Organisation, die keinem internationalen Dachverband angeschlossen ist, hat Stützpunkte in London und Istanbul.

Die auch als «Syrischer Zivilschutz» bekannte Hilfsorganisation versorgt zivile Kriegsopfer. Dafür wurde sie mit dem sogenannten Alternativen Nobelpreis geehrt. Seit 2013 haben die Weisshelme nach eigenen Angaben etwa 90’000 Menschen aus zerbombten Häusern geborgen.

Kriegsverbrechen der Rebellen sind tabu
Wegen ihrer Nähe zur Opposition und der Finanzierung aus dem Westen gibt es Vorwürfe, die Weisshelme seien vor allem ein Propagandainstrument der Assad-Gegner.
Fest steht, dass die freiwilligen Helfer mit den weissen Schutzhelmen fast nur in den von Oppositionskräften kontrollierten Gebieten aktiv sind und dort auch mit IS-Sympathisanten zusammen arbeiteten.
Deshalb dokumentieren sie fast ausschliesslich Opfer von Angriffen des Assad-Regimes und der Russen. Zudem ist es das erklärte Ziel der Weisshelme, Kriegsverbrechen des Assad-Regimes zu dokumentieren. Kriegsverbrechen der Rebellen dagegen sind tabu.

Chef der Weisshelme ist Raed Saleh, ein 35-jähriger Syrer aus der Region Idlib. Nach seinen Angaben arbeiteten im Jahr 2016 über 2’800 Freiwillige in mehr als 100 Orten in verschiedenen syrischen Provinzen. Seit Beginn ihrer Tätigkeit 2013 seien in Syrien mehr als 210 Helfer getötet und 500 verletzt worden.

Für die syrische Regierung und die Russen sind die Weisshelme IS-Sympathisanten, die dem Westen namentlich mit Bildern geretteter Kinder als PR-Kampagne dienen würden.

Zum Infosperber-Dossier:

Der Krieg in Syrien

Das Ausland mischt kräftig mit: Russland, Iran, USA, Türkei, Saudi-Arabien. Waffen liefern noch weitere.

4 Meinungen

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    am 18.Mai.2018 um 8:53 pm
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    @Dieter Gabriel, ja es ist erstaunlich, dass die offenkundig vom Westen finanzierten «Weisshelme» ausschliesslich in Rebellengebieten, medienwirksam vorzugsweise Kinder aus den Trümmer retten und primär dann zur Stelle sind wenn es zu vermeintlichen Giftgas-Angriffen kommt, die sie dann umgehend der syrischen Regierung in die Schuhe schieben und die westlichen Nachrichtenagenturen/Medien mit emotionalen Bilder, Videos und Tweets versorgen.

    Übrigends ist es ja mittlerweile allgemein bekannt und unbestritten, dass die sogennanten «Rebellen» zu 90% aus bewaffneten radikal-islamistische Dschihadisten bestehen (grösstenteils durch Saudis, Katar, Türkei und USA finanziert und bewaffnet) und teilweise gar ehemalige IS-Kämpfer beispielsweise für die Al-Nusra, FSA oder andere radikal-islamistische Milizen kämpfen.

    Das Narrativ mit den angeblich massiven «Russen-Trolle-Armeen» dient wohl genauso der westlichen Kriegspropaganda-Instrumente, wie die inszenierten Hilfsaktionen der Weisshelme.

    P.S. im Gegensatz zu den Weisshelmen versuchen die neutraleren IKRK/roter Halbmond und UN-Hilfswerke etc. überall in Syrien bzw. alle Menschen in Syrien zu helfen ohne dabei irgendeine Propaganda zu verbreiten.

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    am 17.Mai.2018 um 9:14 pm
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    Vanessa Beeley hat die Weisshelme hautnah erlebt und berichtet davon.
    Auch Eva Bartlett war vor Ort und berichtet ähnliches.
    Die White Helmets sind Eine Propagandatruppe.

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    am 16.Mai.2018 um 10:28 pm
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    "Fest steht, dass die freiwilligen Helfer mit den weissen Schutzhelmen fast nur in den von Oppositionskräften kontrollierten Gebieten aktiv sind und dort auch mit IS-Sympathisanten zusammen arbeiteten."

    Ist das weiter erstaunlich? Sollen sie etwa in den von Assad kontrollierten Regionen tätig sein? Da würde Assad wohl nicht lange zuschauen.

    Dass die Weisshelme den Rebellen nahestehen, ist bekannt. Dass sie systematisch – unter anderem von der russischen Troll-Armee – diffamiert wurden, auch.

    Dieter Gabriel: Sputniknews ist als Quelle ja ungemein glaubwürdig (siehe zum Beispiel Fall Lisa).

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    am 16.Mai.2018 um 12:06 pm
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    Wieso kürzen die Amis das Geld? Ist der US Verteidigungsminister in die Parade gefahren, weil er behauptete, das es keine Beweise gibt?

    Knapp zwei Wochen nach der wahrscheinlich inszenierten C-Waffen-Attacke in Duma bei Damaskus haben russische Journalisten eines der Kinder interviewt, die die Weißhelme in ihrem Belastungs-Film gegen die syrische Armee für Opfer ausgegeben hatten. Der elfjährige Hassan Diab erzählt nun, wie der Film gedreht und er selbst ungewollt zum Schauspieler wurde. Quelle: https://de.sputniknews.com/politik/20180419320398140-syrisches-c-waffen-opfer-erzaehlt-ueber-filmset-der-weisshelme/

    US-Verteidigungsminister James Mattis hatte bei einer Anhörung vor dem Ausschuss für Streitkräfte im April gesagt, dass die US-Regierung «keine soliden Beweise» dafür hätten, wonach chemische Waffen bei dem Angriff in Douma verwendet wurden, bei dem mindestens 48 Menschen ums Leben gekommen sein sollen.» Quellen: https://www.heise.de/tp/features/US-Verteidigungsminister-Mattis-Keine-soliden-Beweise-fuer-Chemiewaffenangriff-4023021.html?seite=all / http://abc7news.com/3332300/

    Eine zimelich Ohrfeige für den US Präsidenten und Nachbeter wie Merkel, Maas, Macron und May, wenn der US Verteidigungsminister, denen so klar widerspricht.
    Zumal er der langjährige erfahrene Fachmann, in Fragen Kriegshandlungen ist.

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