Mais und Soja, das man anbaut, um Tiere in Massenhaltung zu füttern, richtet einen grösseren Schaden an, sagt Stephan Schmidheiny.

Klima: «Weniger Fleisch essen, bringt mehr als Flugscham»

Mais und Soja, das man anbaut, um Tiere in Massenhaltung zu füttern, richtet einen grösseren Schaden an, sagt Stephan Schmidheiny.

«So wie wir heute leben, können wir nicht weitermachen», erklärte der 72-jährige Industrielle Stephan Schmidheiny in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» vom 29. Dezember 2019. Der frühere vielfache Verwaltungsrat war oder ist unternehmerisch aktiv bei Eternit, ABB, Landis & Gyr und der Swatch Group.

1994 gründete Schmidheiny die Avina-Stiftung zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung in Lateinamerika. Sie sei «jetzt vollständig auf Ernährungsthemen» ausgerichtet. Künftig würden nur noch Projekte aus dem Bereich gesunde und nachhaltig produzierte Ernährung gefördert, heisst es auf der Webseite. Insgesamt haben Stiftungen von Stephan Schmidheiny bereits über eine halbe Milliarde Franken in gemeinnützige Projekte investiert.

Die Massentierhaltung, die grosse Kulturen von Soja und Mais benötigt, richte «einen viel grösseren Schaden an» als der Energieverbrauch. Die Energieversorgung sei «konzeptionell gelöst», nämlich «Solar statt Kohle – man muss es nur wollen».

Doch daran hapert es. Schmidheiny glaubt nicht, dass das Temperaturziel von höchstens zwei Grad Temperaturanstieg noch erreicht werden kann: «Wenn wir es drei Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen geschafft hätten, im vergangenen Jahr unseren CO2-Ausstoss um ein, zwei Prozent zu reduzieren, dann könnte ein Anflug von Optimismus aufkommen. Aber der CO2-Ausstoss steigt weiter.»
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3 Meinungen

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    am 5.Jan.2020 um 6:03 pm
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    Wenn als Überschrift für einen Artikel Mais, Soja oder Massentierhaltung gewält wird, stehen meist keine guten Absichten dahinter. Landwirtschaft ist viel mehr als das.

    Es mag nicht nur an den fehlenden finanziellen Mitteln liegen wenn wir Bauern der Öffentlichkeit keine Fakten vermitteln können. Soja wird nicht nur als Tierfutter angebaut. Dem Soja wird zuerst das Öl entzogen. Was etwa 19 % ausmacht. Dieses Öl wird mehrheitlich in der menschlichen Ernährung verwendet. Der rest für sonstige industrielle Zwecke. Was übrig bleibt ist das Sojaextraktionsschrot mit einem Eiweissgehalt von ca. 45 %. Dieses soyaschrot findet verwendung in der Ernährung von Nutztieren. Wer Sojaöl googlet kann mehr erfahren.

    Gras,Heu und Getreide entält auch Eiweiss. Möchte man in einer Ration einen Gehalt von 18 % Eiweiss, müssen nur die fehlenden Prozente mit Sojaschrot oder Rapsschrot ergänzt werden. Grosse mengen an Eiweiss sind für Nutztiere schädlich. Ein zuviel an Eiweiss muss über die Leber als Stickstoff entsorgt werden. Das belastet den Organismus.

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    am 5.Jan.2020 um 9:31 am
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    Klima: «Weniger Fleisch essen, bringt mehr als Flugscham». Was soll der Artikel? Weniger Fleisch essen hilft und ist auch gesund, weniger Fliegen hilft. Eine Massnahme gegen die andere ausspielen ist unsinnig. Im übrigen gibt es zu jeder Studie eine, die das Gegenteil behauptet.

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    am 4.Jan.2020 um 4:29 pm
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    Ich möchte hier entschieden widersprechen, und zwar nicht als Klimaleugner, sondern basierend auf hoch spannender Forschung zur Degradation von Grasland. Es geht also nicht darum, weniger Fleisch zu essen, sondern darum nomadisch gezüchtetes oder gejagtes Fleisch zu essen, anstatt Wälder zu roden für stehende Herden. Dieser TED Talk ist hoch spannend: https://www.ted.com/talks/allan_savory_how_to_fight_desertification_and_reverse_climate_change/up-next?language=en

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