Argentinische Bauern kämpfen mit einem glyphosat-resistentem Unkraut, das sich erschreckend schnell verbreitet.

Glyphosat-Resistenzen nehmen stark zu

Argentinische Bauern kämpfen mit einem glyphosat-resistentem Unkraut, das sich erschreckend schnell verbreitet.

Die Zahlen der letzten Anbausaison sind alarmierend: In Argentinien, wo das Herbizid Glyphosat weltweit am meisten angewendet wird, sind zwischen 50 und 60 Prozent der Anbaufläche von Soja und Mais «mittel bis stark» von einem glyphosatresistenten Unkraut befallen. Das schreibt die argentinische Zeitung «La Voz» unter Bezug auf eine Studie, die von Syngenta durchgeführt wurde.

Pflanzen der Gattung Amaranthus (Amarant) wurden ursprünglich in Mittel- und Südamerika als Kulturpflanze angebaut. Sie sind weltweit anzutreffen. Dank Round-Up werden sie nun zum nationalen Problem in Argentinien. Die gegen Glyphosat resistente Art verbreitet sich erschreckend schnell auf den Feldern. Waren in 2011 noch lediglich ein Prozent der landwirtschaftlichen Fläche südlich von Córdoba betroffen, ist das Unkraut inzwischen ein nationales Problem.

Auf 9,4 Millionen Hektar Sojafeldern

Argentiniens Landwirtschaft versorgt 44 Millionen Einwohner und produziert Lebensmittel für etwa 400 Millionen Menschen. Die Studie, die beim Symposium «No Malezas» (kein Unkraut) in Buenos Aires präsentiert wurde, fand Amaranthus unter anderem auf 9,4 Millionen Hektar Sojafeldern.

«Es [Amaranthus] ist heute auf der gesamten landwirtschaftlichen Fläche verbreitet», sagt Lorena Zubizarreta, Syngenta-Manager für den Bereich Herbizide in Südamerika. Der Markt für Glyphosat sei dadurch bereits merklich geschrumpft. «… 55 Prozent des Marktes bestehen heute aus anderen Herbiziden», sagt er.

60 bis 80 US-Dollars pro Hektar kostete die Bekämpfung der Unkrautpflanze auf ihren Sojafeldern die argentinischen Hersteller in der letzten Saison, 30 bis 40 Dollars pro Hektar auf den Maisfeldern.

Auf neue Wirkstoffe, die resistente Unkräuter eindämmen könnten, werden die Bauern noch ein paar Jahre warten müssen, kündigte Zubizarreta an. Jeder neue Wirkstoff erfordere etwa acht Jahre Forschung und 120 Millionen Dollars an Investitionen.

Resistenzen sind lange bekannt

Das Schweizer Unternehmen Syngenta, das kürzlich von Chemchina gekauft wurde, plane für die Jahre 2022 und 2025 die Markteinführung von drei neuen Wirkstoffen, von denen einer speziell für die Bekämpfung von Amaranthus vorgesehen sei. Dass Amaranthus palmeri Resistenzen gegen Glyphosat und andere Herbizide entwickelt, ist seit mehr als zehn Jahren bekannt.

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Infosperber-Dossier: «Der Unkraut-Killer Glyphosat»
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Diesen Beitrag hat Daniela Gschweng aufgrund eines Berichts der Zeitung «La Voz» erstellt. Grosse Medien in der Schweiz haben bisher nicht darüber berichtet.

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