Die Börsenkurse der US-Banken steigen überdurchschnittlich. Ein Spiegel des Vertrauens in Donald Trump.

Die Reichen vertrauen auf Trump

Die Börsenkurse der US-Banken steigen überdurchschnittlich. Ein Spiegel des Vertrauens in Donald Trump.

Donald Trump hat in seiner Rede am WEF in Davos mehrmals darauf aufmerksam gemacht, dass die Börsenkurse seit seinem Amtsantritt um 50 Prozent gestiegen seien. Das hat er selbstverständlich als grossen Erfolg herausgestrichen. Wer von den höheren Börsenkursen profitiert, diese Frage hat er wohlweislich nicht gestellt. Infosperber hat schon mehr als einmal darüber berichtet, siehe Trumps Weihnachtsgeschenk für die Reichen.

Und warum jetzt schon wieder? Einfach um darauf aufmerksam zu machen, dass der US-amerikanische Banken-Index BKX seit Trumps Wahl im November 2016 nicht nur um 50 Prozent gestiegen ist, sondern sogar um 59 Prozent. Wer also am Wahltag Donald Trumps für eine Million US-Bank-Aktien gekauft hat, der hat sie gestern Freitag, 26.1.2018, für 1’590’000 Dollar verkaufen können. Gewinn: 59 Prozent oder 590’000 Dollar.

Und wie profitieren der Mann und die Frau «von der Strasse»?

Und die Arbeiterinnen und die Arbeiter, die – von Trumps grossen Versprechungen geblendet – Trump gewählt haben? Ihr Erspartes cash in der kleinen Blechbüchse im Nachttischchen ist gleich gross geblieben. Theoretisch. Denn falls der Sparer damit etwas kaufen wollte, das in Europa produziert wird, oder damit sogar auf eine Ferienreise nach Europa fliegen wollte, dann hat er sogar rückwärts gemacht. Der Dollar hat nämlich seit dem Wahltag Trumps am 8. November 2016 bis am 26. Januar 2018 um etwas mehr als 11 Prozent gegenüber dem Euro an Wert verloren.

Immerhin: Einige Unternehmen haben nach der Steuerreform, für die Donald Trump auch von Klaus Schwab vom WEF und von Bundesrat Ueli Maurer ein Kompliment erhielt, Lohnerhöhungen angekündigt – Walmart zum Beispiel von 10 auf 11 Dollar die Stunde, oder also von 1500 USD auf 1650 USD im Monat. Die Unternehmen dagegen zahlen künftig statt 35 Prozent Gewinn-Steuern noch 21 Prozent Gewinn-Steuern.

Der US-Banken-Index BKX am 26.1.2018. Die vertikale Linie zeigt den Stand am Wahltag von Donald Trump.

Und warum denn ist der Banken-Index BKX so stark gestiegen? Weil die Reichen und Superreichen, die es sich leisten können, Bank-Aktien zu kaufen, tatsächlich immer mehr solche Aktien gekauft haben. Sie vertrauen ganz offensichtlich auf Trumps Versprechen, für sie zu sorgen.

Zum Infosperber-Dossier:

Reich, arm, ungleich

Grösser werdende soziale Kluften gefährden demokratische Rechtsstaaten.

2 Meinungen

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    am 27.Jan.2018 um 7:31 pm
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    Das übliche. Die Reichen werden reicher und die Armen noch ärmer. Damit beweist uns die Politik nur; Mit ehrlicher Arbeit kommt man auf keinen grünen Zweig. So demontiert nicht nur Amerika seinen Mittelstand. Die Methode ist längst in Europa angekommen und in den Teppichetagen salonfähig. Immer mehr Gewinn für immer weniger Gehalt. Wenige erhalten 99% des Gewinns, der grosse «Rest» kann schauen wo er bleibt. Die Verlierer rutschen logischerweise ins Kielwasser des Nationalismus oder der Illegalität. Trump hat allen nur gezeigt, wie man’s noch schneller macht.

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    am 27.Jan.2018 um 3:46 pm
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    Und das Tragische an der ganzen Geschichte: Gewählt wurde er ja nicht wegen der wenigen superreichen Profiteure, sondern wegen den mausarmen einfachen Leuten auf dem Land. Aber das ist ja auch bei uns bekannt: Die einfachen Leute beten einen Multi-Milliardär an, der sich zuletzt um ihre Bedürfnisse kümmert.

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