Wir können aufatmen. Wenigstens bei Prognosen könnten sich die Auguren führender Zeitungen nicht stärker widersprechen.

Einheitsbrei in grossen Medien: Keine Spur!

Wir können aufatmen. Wenigstens bei Prognosen könnten sich die Auguren führender Zeitungen nicht stärker widersprechen.

Den Beweis liefern Titel und Lead von NZZ und Tages-Anzeiger vom 28. Juli zur Entwicklung des Goldpreises:

  • NZZ: «Kein Sommerloch beim Goldpreis – Für das zweite Halbjahr mehren sich die optimistischen Stimmen.»
  • Tages-Anzeiger: «Die goldenen Jahre sind vorbei – Jetzt steht der Preis unter Druck. Es könnte so weitergehen.» Und Online: «Schlechte Prognosen, fallende Preise: Warum Gold keine sichere Anlage mehr ist.»

Der Tages-Anzeiger stützte sich auf Aussagen vom «Marktstrategen» der Bank Swissquote. Wer weiss, ob diese Bank beim Gold auf Baisse spekuliert hat und Leute animieren will, Gold zu verkaufen? Jedenfalls verbreitet der Tages-Anzeiger die Swissquote-Aussage: «Wir sind ziemlich pessimistisch». Der «Marktstratege» prophezeite, der Preis eines Goldbarrens werde in einem Jahr 15 Prozent tiefer sein als heute und dann nur noch 1050 Dollar kosten. Entsprechend setzte der Tages-Anzeiger über eine Grafik den originellen Titel: «Nicht alles glänzt, was Gold ist».
Die NZZ dagegen setzte auf eine vergleichbare Grafik den Titel «Es geht wieder aufwärts». Die Zeitung erwähnt einige Argumente für einen eher steigenden Goldpreis und meint: «Diese Faktoren stimmen so manchen Beobachter positiv für das zweite Halbjahr.» Es sei «gut denkbar», dass sich der Preis des Edelmetalls «noch einige Zeit in dem Band von 1200 bis 1300 Dollar bewegen wird».
Ob die Leserschaft der NZZ oder diejenige des Tages-Anzeiger besser beraten ist, wird die Zukunft weisen.

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