Geschlechtsspezifische Suppen sorgten letztes Jahr für einen Shitstorm. Jetzt hat der Hersteller reagiert.

Mädchen sind jetzt auch Champions

Geschlechtsspezifische Suppen sorgten letztes Jahr für einen Shitstorm. Jetzt hat der Hersteller reagiert.

Die Grossverteilerin Migros verkaufte in der Schweiz die «Soup for Glamour Queens» in rosaroter Verpackung für Mädchen und die «Soup for Champions» in blauer Verpackung für Jungen. Über die rosarote Packung stöckelte eine spindeldürre «Glamour Queen» mit Krone und


Alte Verpackungen: «Soup for Glamour Queens» für Mädchen und «Soup for Champions» für Jungen. (Migros)
Hündchen. Auf dem Beutel für Jungen war ein muskulöser Fussballspieler am Ball. Migros argumentierte, Eltern und Kinder würden diese Beutel ansprechen.

Jungen-Suppe auch für Mädchen
In den Social Media und auf der Migros-Webseite lösten die Suppen viel Kritik aus. Von «übelsten Gender-Klischees» war die Rede. Nun ersetzt die Migros die geschlechtsspezifischen Suppenbeutel durch einen Unisex-Beutel. Denkbar gewesen wäre eine völlige Neugestaltung des Beutels. Doch die Migros entschied sich, den «Mädchen-Beutel» dem «Jungen-Beutel» anzupassen. Die Suppe heisst also «Soup for Champions». Neu ist der Beutel türkis-grün, und aufgedruckt sind ein Fussballer und eine Fussballerin:


«Kritik hat uns sensibler gemacht»
«Beim ursprünglichen Produktdesign wurde zu wenig auf stereotype Rollenbilder geachtet», sagte eine Migros-Sprecherin jetzt gegenüber CH Media. «Rückblickend sind wir froh über die kritischen Reaktionen. Dadurch konnten wir das Design anpassen und die Diskussion rund um die Suppen hat uns sensibler gemacht, was solche Themen angeht.» Die Umsätze seien zwar mit der Kritik nicht gesunken, sondern gestiegen. Trotzdem habe die Migros beschlossen, das Design anzupassen. Dies habe mehr als ein Jahr gedauert, weil die Grossverteilerin die Beutel mit dem früheren Design nicht entsorgen wollte.

Zum Infosperber-Dossier:

Gleiche Rechte für Frauen und Männer

Gleichstellung und Gleichberechtigung: Angleichung der Geschlechter – nicht nur in Politik und Wirtschaft.

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