Der Schweizer-Angolaner verlor seinen lukrativen Posten in Angola. Indirekt betroffen ist auch SBB-Präsidentin Monika Ribar.

Bastos entmachtet – Hausdurchsuchungen in der Schweiz

Der Schweizer-Angolaner verlor seinen lukrativen Posten in Angola. Indirekt betroffen ist auch SBB-Präsidentin Monika Ribar.

Über die Geschäfte des Angola-Schweizers Jean-Claude Bastos hatte Infosperber ausführlich berichtet. Jetzt wird der Machtwechsel vom September 2017 in Angola Bastos endgültig zum Verhängnis. Seine enge Beziehung mit dem Sohn des früheren Präsidenten nützt ihm nichts mehr.
Die neue Regierung hat Bastos die Verwaltung des angolanischen Staatsfonds entzogen. Nach der Sperrung Dutzender von Bankkonten seiner Firmen kam es jetzt in der Schweiz an vier Firmen-Standorten zu Hausdurchsuchungen, berichtete am 18. Mai der Tages-Anzeiger. Es geht um Geldwäsche und grössere Steuerdelikte. Bastos hatte erklärt, jederzeit alle Gesetze und Verträge stets eingehalten zu haben.

Eines der eingefrorenen Konten gehört der Offhore-Briefkastenfirma Capoinvest, bei der SBB-Präsidentin Monika Ribar bis im Juni 2017 Verwaltungsrätin war, wie die Paradise Papers enthüllten. Ribar hatte das Mandat nicht deklariert.
«Sollte sich der Vorwurf der Geldwäsche erhärten, hätte Ribar in einem Projekt mitgeholfen, in das illegale Gelder geflossen sind», schrieb der «Tages-Anzeiger». Mit dem Projekt ist der Bau eines neuen, umstrittenen Handelshafens in Angola gemeint.

Der ehemalige Chef des angolanischen Staatsfonds war der Sohn des früheren Präsidenten, José Filomeno dos Santos. Dieser hat laut Tages-Anzeiger im letzten Herbst versucht, 500 Millionen Dollar der angolanischen Nationalbank aus dem Land zu schaffen. Den Deal soll er mit dem damaligen Präsidenten der Nationalbank eingefädelt haben. Der Transfer flog jedoch in London auf. Seither ermittelt die angolanische Staatsanwaltschaft gegen den Präsidentensohn und den abgesetzten Nationalbank-Chef wegen Betrugs, Veruntreuung und Geldwäsche.
Bastos wird unter anderem vorgeworfen, Gelder des Staatsfonds für seine eigenen Firmen verwendet und viel zu hohe Management-Gebühren kassiert zu haben.

Über die Hintergründe der Bastos-Geschäfte und über gute Dienste von Schweizer Persönlichkeiten hatte insbesondere Professor Thomas Kesselring auf Infosperber ausführlich berichtet:

Zum Infosperber-Dossier:

Die Geschäfte des Jean-Claude Bastos

«Paradise Papers» und neue Regierung in Angola brachten den Schweizer-Angolaner in Verruf.

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