Enorme Bestechungssummen sind zwar geflossen, doch Privinvest-Verkäufer Jean Boustani hat keine US-Gesetze verletzt.

Mosambik-Skandal: Überraschender Freispruch für Privinvest-Mann

Enorme Bestechungssummen sind zwar geflossen, doch Privinvest-Verkäufer Jean Boustani hat keine US-Gesetze verletzt.

Nach einem mehrwöchigen Prozess, über den Infosperber berichtete, hat ein New Yorker Geschworenengericht am 2. Dezember den Hauptangeklagten Jean Boustani in allen Anklagepunkten, darunter Betrug und Geldwäsche, einstimmig freigesprochen. Boustani war Verkaufschef der libanesischen Schiffsbaufirma Privinvest.
Boustanis Anwälte hatten mit Erfolg geltend gemacht, dass Boustani sich nie in den USA aufhielt und die USA für den Fall nicht zuständig seien. Der Privinvest-Konzern habe sich bei den Schiffsbauprojekten in Mosambik «überhaupt nichts zuschulden kommen lassen», erklärte ein Privinvest-Sprecher laut einem Bericht der Financial Times.

Gegen Boustani hatten im Prozess drei ehemalige Manager der Credit Suisse ausgesagt. Sie gaben zu, selber Schmiergelder entgegengenommen zu haben. Andrew Pearse und Surjan Singh erklärten vor der Jury, von Privinvest 50 Millionen Dollar kassiert zu haben. Boustani stritt während des Prozesses nie ab, dass er Regierungsleute bezahlt habe. Doch mit den Kreditgebern und Investoren habe er nie direkt zu tun gehabt.

Hauptgegenstand des Skandals sind je ein Kredit der Credit Suisse und der russischen Bank VTB in Gesamthöhe von zwei Milliarden Dollar. Die Kredite erhielten von der mosambikanischen Regierung eine Staatsgarantie unter illegaler Umgehung des Parlaments und der Nationalbank. Ein grosser Teil dieser Kredite wurde zweckentfremdet. Darauf stoppte der Internationale Währungsfonds die Zusammenarbeit mit dem äusserst armen Land.

Diese Mosambikaner sollen Schmiergelder entgegengenommen haben


Mosambikanische Politiker und Funktionäre, an die gemäss Kalkulationstabelle des Privinvest-Finanzchefs, Najib Allam, im Zusammenhang mit dem Ematum-Kredit Schmiergelder ausbezahlt wurden15:

  • Ndambi Guebuza, Präsidentensohn: 21 Millionen Dollar;
  • Antônio Carlos Rosario, Betreiber der drei halbprivaten mosambikanischen Firmen: 8,7 Millionen;
  • Manuel Chang, Finanzminister: 5 Millionen.

Mosambikanische Politiker und Funktionäre, an die gemäss Kalkulationstabelle vom April 2014 des Privinvest-Finanzchefs, Najib Allam, im Zusammenhang mit dem MAM-Kredit Schmiergelder ausbezahlt wurden28:

  • Ndambi Guebusa, Präsidentensohn: 60 Millionen Dollar;
  • Teófilo Nhangumele, Brückenbauer zwischen Boustani und dem Präsidentensohn: 8,5 Millionen;
  • Bruno Tendane Langa, Freund von Ndambi Guebuza und Teófilo Nhangumele: 8,5 Millionen;
  • Manuel Chang, Finanzminister: 7 Millionen;
  • Gregório Leão, Geheimdienstchef: 13 Millionen;
  • Antonio Carlos de Rosario, Chef der drei halbprivaten Projektfirmen, zuvor Geheimdienstchef: mindestens 15 Millionen,
  • Eugenio Matlaba, CEO von ProIndicus: 1 Million;
  • Rosario Mutota, Partner von T. Nhangumele, gründete Vorläuferfirma von ProIndicus: 1 Million;
  • Maria Isaltina Lucas, Direktorin der Staaatskasse und unter Präsident Nyusi stellvertretende Finanzministerin bis Februar 2019: über 2 Millionen;
  • Renato Matusse, Präsidentenberater: 1 Million;
  • Armando Inroga, Aussenminister: 1 Million;
  • Filipe Nyusi, heutiger Präsident, als damaliger Verteidigungsminister: 2 Millionen Dollar (gemäss Schmiergeldliste von Najib Allam), das FBI hat davon bisher die Auszahlung von einer Million nachweisen können. Nyusi wird unter den Nicknamen „NUY“ und „New Man“ aufgeführt (Nyusi wurde 2014 neu zum neuen Präsidenten nominiert).29
  • Armando Guebuza, vorheriger Präsident: Figuriert nicht auf dieser Liste. Sein Sohn dürfte aber wohl einen Teil der erhaltenen 60 Millionen an seinen Erzeuger abgegeben haben.

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Die Rolle der Credit Suisse im Mosambik-Skandal

Zum Infosperber-Dossier:

Credit Suisse im Mosambik-Skandal

Mit einer russischen Bank hat die CS zwei Milliarden Kredit gesprochen – ohne geforderte Sorgfaltspflicht.

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