Palmöl: Nestlé macht trotz Umweltzerstörung weiter

Nestlé bezieht Palmöl von Repsa – einem Konzern, der in Guatemala Menschenrechte verletzt und massive Umweltzerstörung anrichtet.

Der Palmöl-Produzent Repsa hat im Norden Guatemalas einen Fluss verseucht und damit die Lebensgrundlage zehntausender Menschen zerstört. Menschenrechtsorganisationen werfen Repsa zudem vor, Kritiker mit Einschüchterung und Gewalt zum Schweigen zu bringen. Doch die rücksichtslosen Praktiken von Repsa sind Nestlé offensichtlich egal – der Schweizer Konzern zählt weiterhin zu den Hauptabnehmern des Palmöl-Produzenten.
Bis heute leidet eine ganze Region unter den Folgen der Umweltkatastrophe, die Repsa im Juni 2015 verursacht hat. Aus der Palmöl-Fabrik flossen Abfallprodukte mit dem verbotenen Pestizid Malathion in den Fluss La Pasión. Das Gift vernichtete fast den gesamten Fischbestand. Fischer wurden arbeitslos, Dorfbewohner verloren ihre Nahrungs- und Existenzgrundlage. Betroffen war eine Zone von 150 Kilometern entlang des Flusses.
Im verseuchten Gebiet Sayaxché leben rund 116’000 Menschen. Die Opfer der Verschmutzung haben von Repsa immer noch keine Entschädigung erhalten. Im Gegenteil: Nachdem Repsa von einem Gericht wegen Ökozids angeklagt wurde, wurde der Umweltaktivist und Kläger Rigoberto Lima Choc erschossen.
Die Menschenrechtsorganisation Oxfam hat Hintergründe zum «Fall Repsa» untersucht und stellt in einem Bericht fest: Bis heute blockiere Repsa offizielle Nachforschungen mit juristischen Einsprachen und bringe Umweltaktivisten mit Einschüchterung und Gewalt zum Schweigen – dies obwohl Repsa kürzlich eine «Null-Toleranz»-Politik gegenüber Gewalt verkündet habe.
Zwei der weltweit grössten Abnehmer von Palmöl, Cargill und Wilmar, haben inzwischen ihre Handelsbeziehungen zu Repsa in Guatemala beendet. Nestlé hingegen will mit Repsa weiter zusammenarbeiten, wie der Schweizer Konzern in einer Stellungnahme bestätigt. Die Menschenrechtsorganisation «Fighting for people over profits» (SumOfUs) setzt sich dafür ein, dass Repsa für den verursachten Schaden in der Region Sayaxché zur Rechenschaft gezogen wird und die Opfer angemessen entschädigt. In einer Online-Petition fordert SumOfUs Nestlé auf, sich ebenfalls vom Palmöl-Lieferanten Repsa zu trennen.

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STELLUNGNAHME VON NESTLÉ
Gegenüber einer Leserin nahm Nestlé auf Facebook wie folgt Stellung:

Zum Infosperber-Dossier:

«Fair Trade» und «Bio»

Viele zahlen für fairen Handel und für echte Bio-Produkte gerne mehr. Das öffnet Türen für Missbrauch.

2 Meinungen

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    am 13.Feb.2018 um 4:56 pm
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    Hallo Joachim
    Wenn ich mich recht erinnere, hat das auch schon mal funktioniert. Es war in Zusammenhang mit Gen-Soja. Angeblich könne man Gen-Soja und Nicht-Gen-Soja
    nicht trennen. Es funktionierte aber schnell, nach dem Verbraucher nicht kauften.

    Frage: Warum in der freien Schweiz Zensur?? Bei Kommentaren so wie auch bei Post an Politker??

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    am 4.Feb.2018 um 2:48 pm
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    Es ist schwierig wenn nicht gar unmöglich, rechtlich gegen Grosskonzerne wie Nestlé vorzugehen, weil diese durch das enorme angestaute Kapital alle Möglichkeiten besitzen, Gerichtsprozesse jahrelang zu verzögern und evtl. sogar zu manipulieren. Obwohl das Handeln des Konzern offensichtlich nachweislich kriminell ist, kann es nicht gestoppt werden. Auf politisch-rechtlichem Wege sehe ich daher wenig Möglichkeiten, dieser Dreistigkeit aus Gewinnsucht und Machtgier, die ja überall um sich greift, Einhalt zu gebieten. Ein Weg, der erfolgreich sein könnte ist der, dass sich eine grosse Zahl Konsumenten entschliesst, keinerlei Produkte des Konzern mehr zu kaufen. Es gibt heute für alles Alternativen. Fallende Umsatzzahlen bremsen diesen Prozess. Damit werden unsere Konsumgewohnheit zum Prüfstein dafür, die Wirtschaft so umzugestalten, dass sie so arbeitet wie sie es tun müsste: Gemeinwohlorientiert.
    Wir sind, die gestalten, wenn das Bewusstsein dafür vorhanden ist!

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